Historie
Erbauer Lord Patmore (2.v.l sitzend) und seine Crew posieren vor dem Besanmast der WILLOW WREN.
Die Geschichte der WILLOW WREN
Im Jahre 1886 erteilte Lord of the Manor Phillip Patmore den Auftrag zum Bau eines schnellen Segelschiffes an die renommierte Werft von Arthur Payne (Summers and Payne) in Southampton. WILLOW
WREN ist heute eine der ältesten Rennyachten aus viktorianischer Zeit und der letzte noch segelnde 44-Tonner dieser Ära.
Seit Gründung des Royal Burnham Yachtclub durch den Eigner und 1.Commodore Philip Patmore im Jahre 1895 war WILLOW WREN das Flaggschiff dieses renommierten Clubs an der englischen Ostküste.
Im Jahr 2001 wechselte sie ihr Revier und beeindruckt seitdem mit ihrer Eleganz die Mitsegler und Zuschauer an Nord- und Ostsee.
Lord Patmore ließ mit WILLOW WREN ein Schiff bauen, welches höchsten ästhetischen Vorstellungen nicht nur der damaligen Zeit entsprach:
Ein ungemein schlanker Rumpf, ein senkrechter, gerader Vorsteven, ein knapp über der Wasseroberfläche vorgestreckter Bugspriet, ein weit überhängendes Heck - eine schneidige "plank on
edge"-Konstruktion. In dieser Bauweise wurden auch die damaligen Rennkutter des America's Cup gebaut.
Zur damaligen Zeit orientierte man sich im Yachtbau an den Linien und Takelungen der gut segelnden Arbeitsschiffe, der Innenausbau wurde jedoch komplett nach den Wünschen des zukünftigen Eigners gestaltet.
Die Schiffe sollten schnell sein - ein Verzicht auf Komfort aber erschien undenkbar. Diesem Denken verdanken wir den wunderbaren Innenausbau von WILLOW WREN.
um 1895, Ölbild eines zeitgenössischen Malers
Seit über 120 Jahren durchkreuzt Willow Wren europäische Gewässer
Der Name WILLOW WREN (Zaunkönig) sollte die Wendigkeit und Anmut dieses Schiffes unterstreichen.
Leider sollte schon um 1916 in den Kriegswirren das Seglerleben von WILLOW WREN vorläufig enden. Aufgelegt im River Crouch verbrachte Sie rund 60 Jahre, zuletzt als Hausboot, gut konserviert im
Flußschlamm, bis sie 1976 als erhaltenswürdiges maritimes Erbe entdeckt wurde.
Die sorgfältige Restaurierung zum Segler begann, als Zugeständnis an die neue Zeit bekam WILLOW WREN ihre erste Maschine.
1984 kam WILLOW WREN wieder als stolzes Segelschiff in Fahrt, zunächst mit einem für diesen Schiffstyp untypischen Ketch-Rigg. 20 Jahre später erfolgte der Rückbau zur Yawl mit Lugger-Besan, welches der historischen Takelung entspricht.
Im Innenbereich konnten bei der Restaurierung zahlreiche alte Elemente erhalten werden. Insbesondere der mahagonigetäfelte Spiegelsalon versetzt einen zurück in die viktorianische Epoche.
Heute besegelt WILLOW WREN wieder in alter Schönheit europäische Küstengewässer.
WILLOW WREN nach ihrer Rettung aus dem Schlammbett des River Crouch 1976
